"Wie können wir Weisheit in uns entdecken und leben ?"
In diesem Blogbeitrag geht es um eine ausführlichere Beschreibung und Erklärung zum Inhalt des 2. Leitsatzes des Leitbildes "Ganzheitliche Weltsicht" - mit Blickrichtung auf den Themenkreis "Gleichgewicht" - der folgendermassen lautet:
„Das grösste Ziel der Menschen auf der relativen Welt ist es relative, gelebte Weisheit zu entwickeln, auszudrücken und praktisch zum Nutzen von Allen und allen Anteilen und des Planeten Erde - in Sinne eines "Globalen Blühens" (Global Florishing) - umzusetzen.“
Die Auseinandersetzung mit sehr interessanten, heutigen Projekten und Initiativen - die bereits in früheren Newslettern und Blogs vorgestellt wurden -, die sich mit einem "Indigenes Weltbild" beschäftigen, hat dazu geführt, dass ergänzend zu diesen ein Leitbild einer "Ganzheitliche Weltsicht" mit 20 Leitsätzen entstanden ist, welches Indigene, traditionelle und heutige, ganzheitliche Grundwerte enthält.
Der 2. Leitsatz der "Ganzheitlichen Weltsicht" sagt uns, dass es das grösste Ziel in einem menschlichen Leben ist - speziell in der zweiten Lebenhälfte ab 40 Jahren - unser Potential von relativer, gelebter Weisheit zu entwickeln. Da in unserer westlichen Kultur - nach der Industriellen Revolution und der seither stets zunehmenden Mechanisierung und Technologisierung etc. - Weisheit für viele von uns ein fremder, nicht alltäglicher und scheinbar unerreichbarer Zustand scheint, ist es wichtig an dieser Stelle, eine Tür für uns alle dahin zu öffnen. Relative Weisheit, im täglichen Leben zu entwickeln, auszudrücken und praktisch zum Nutzen von Allen und allen Anteilen und des Planeten Erde ist ganz natürlich in uns allen angelegt und für uns alle möglich - dies unterscheidet uns Menschen von der KI.
Diese Auswahl grosser Persönlichkeiten in unserer westlichen Kultur haben diesen Prozess auch folgendermassen bezeichnet:
- Carl Gustav Jung als "Individuation": unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen und damit vom Ego, das in der ersten Lebenshälfte entwickelt wird, sich in der zweiten Lebenshälfte in die Ruhe des eigenen (spirituellen) Selbst zu verwirklichen.
- Abraham Maslow als "Selbstverwirklichung" : als oberste Stufe seiner Bedürfnispyramide geht es darum, die in jedem Menschen grundsätzlich innewohnenden, eigenen Fähigkeiten und Potenziale ganz auszuschöpfen und eine tiefe Erfüllung im Leben zu finden.
- Zalman Schachter-Shalomi als"Entwicklung von Qualitäten eines zeitgemässen Weisen" (From Age-ing to Sage-ing).
Eine Kernaussage in meinem Buch Three Steps into Oneness (Drei Schritte in die Einheit) ist, "dass wir heute in einer Zeit von Abwesenheit von Weisheit" leben, zu finden. Dieser Zustand bezieht sich in erster Linie auf die dominante, westliche Weltsicht des Mainstreams der Menschen, ihren sog. "LeaderInnn" und den daraus entstandenen Problemen wie Pandemien, Biodiversitätsverlust, Migration, Naturkatastrophen, diverse Kriege mit Menschenrechtsverletzungen etc..
Es wird jedoch gleichzeitig auch von Jung, Maslow und Schachter-Shalomi die Auffassung vertreten, dass wir in der zweiten Lebenhälfte, die wir gemäss dem Titel meines zuletzt publizierten Buches "Elderhood" - in welchem diese Themen auführlich abgehandelt werden - nennen wollen, gerade auch, trotz allem in der heutigen Zeit gute Bedingungen für die Entwicklung von relativer Weisheit vorfinden. Gründe dafür sind:
- uralte Vorbilder von Indigenen Elders bzw. Alten&Weisen nachvollziehen
- längere Lebensdauer als Pensionäre mit gesichertem Gundeinkommen
- breites, öffentliches Angebot an neuen Methoden aus den Neurowissenschaften und der Bewusstseinserweiterung (z.B. Meditation, Herzintelligenz)
- eine bestehende, breite Ökologiebewegung etc..
Bei der Entwicklung von gelebter, relativer Weisheit als Reifungs- und Selbstverwirklichungsprozess von Menschen in Richtung von Elders und "Alten&Weisen" geht es u.a. um folgende Prozesse:
- Das bewusste, individuelle Durchbrechen der Linke-Hirnhälfte-Dominanz (Jan McGilChrist u.a.)
- Die Entfaltung der Herzintelligenz und Intuition (Heartmath, Gregg Braden u.a.).
- Die Anwendung von ursprünglichem, gesundem Menschenverstand und Vernunft (siehe Blog "Vernunft als Weisheit erleben").
- Sich einem archaischen und zeitlosen, Indigenen-altruistischen "Globalen Blühen" zu verpflichten (Darcia Narvaez, Four Arrows - Reimagining Humanity).
- Regelmässige Praxis von nicht radikalisierter Spiritualität oder Religiosität mit dem Ziel die relative mit der Absoluten, Göttlichen Weisheit zu verbinden.
- Aneignung einer offenen, klaren und ganzheitlichen Weltsicht als Lebensgrundlage.
- Die Bemühung um eine von traumatischen und ungeklärten Konflikten aufgeräumte, reflektierte und geerntete Lebenserfahrung (Schachter-Shalomi, Zalman; Miller, Ronald S.; „From Age-ing to Sage-ing“)
- etc.
Die Entwicklung von relativer gelebter Weisheit ist samt den oben genannten AutorInnen auch ein Kerninhalt meines letzten Buches "ELDERHOOD - Neue, faszinierende Perspektiven für das ALT&WEISE-Werden" und kann dort in einem grösseren Zusammenhang, auführlich in Ruhe studiert werden.